MeisterSinger - Einzeigeruhren aus Münster

Die Idee, vor rund 15 Jahren eine neue Uhrenmarke auf den Markt  zu bringen, war mutig gewesen. „Die Juweliere sagten mir, es sei alles bereits da“, berichtete Manfred Brassler, Gründer und Geschäftsführer des Uhrenherstellers  MeisterSinger aus Münster. Doch Brassler ließ sich nicht beirren und folgte seiner Intuition… Heute zeugen rund 10.000 produzierte Uhren jährlich und mehr als zwei Dutzend Designauszeichnungen für die insgesamt 17 Modelle in diversen Farbvarianten von seinem Erfolg.

Damals hatte es den in der Uhren-Brache tätigen Brassler aus beruflichen Gründen von Bayern nach Westfalen verschlagen. Doch schon bald stand er vor der Herausforderung, sich neu zu orientieren. Mit der Entwicklung einer mechanischen Einzeiger-Armbanduhr, die er seitdem unter der eigenen Marke MeisterSinger anbietet, wagte er den Schritt in die Selbständigkeit.

Für Brassler liegt das Geheimnis des Erfolgs in der Einzigartigkeit seines Produktes. Inspiriert seien die Uhren von den Anfängen der Uhrmacherkunst, als Vorbilder dienen frühe Sonnen- und Turmuhren, Wand- und Taschenuhren wie das Nürnberger Ei oder die  Subskriptionsuhr  von Breguet. „Früher waren die Menschen es gewohnt, mit nur einem Zeiger zu leben. Die damaligen Uhren waren relativ ungenau und mussten immer wieder justiert werden. Der zweite Zeiger folgte erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts, als die Präzision der Uhren eine feiner Zeitanzeige zuließ.“

Mit einer Einzeigeruhr lasse sich die Zeit nicht exakt bis auf die Sekunde bestimmen. Dieses Prinzip entspreche seiner Lebenshaltung, die sich in der Philosophie der Marke MeisterSinger widerspiegele: sich nicht hetzen zu lassen, sondern sich Zeit nehmen und sie gestalten, führte Brassler aus. „Wir beschleunigen so sehr, dass wir unter die Räder kommen, uns selbst verlieren. Das Kostbarste im Leben ist doch der Moment, der uns die Möglichkeit gibt, uns selbst zu erfahren. Indem wir die Zeit relativieren und den Moment ausschöpfen, kommen wir zur Ruhe, finden wir zu uns selbst.“

Der Name MeisterSinger und das reduziert gestaltete Signet stellen eine Rückbesinnung auf alte Namen und kulturelle Werte dar, erklärte Brassler: „Ich wollte keinen französischen Namen, so wie ihn sich früher viele deutsche Marken zugelegt hatten.“ Das Markenkonzept folge einer Mono-Produktstrategie. Qualitativ hochwertig, unverwechselbar und zeitlos –mit den klassischen Premium-Uhrenmarken als Vorbild und Herausforderung.  Eine Uhr zu entwickeln, wie sie einfacher nicht sein könnte:  funktional, in sich schlüssig, im Design klar und mit höchstem Wiedererkennungswert, beschrieb Brassler den Leitgedanken.

 

"Nichts ist zufällig, alles durchdacht"

Er gestalte die Uhren selbst und das nach allen Regeln der Einfachheit: „Nichts ist zufällig, alles durchdacht. In Summe führen die  Details zu einer ausgewogenen  Gesamtkonzeption.“ Die Zeit zeigt ein Nadelzeiger mit Gegengewicht an, abgelesen wird über 144 hierarchisch geordnete Indices. Mit den den Einerzahlen vorangestellten Nullen auf dem Zifferblatt ähneln die Uhren ursprünglichen technischen Messinstrumenten. Das unterstreiche den handwerklichen Charakter mit eigener Persönlichkeit. „Uhren werden über die Optik, das Ziffernblatt-Gesicht, gekauft“, erklärte er.  Hinzu komme die Technik. „Die Königsdisziplin ist es, ein eigenes Uhrwerk zu bauen. Wir arbeiten mit einer alteingesessenen Manufaktur in der Schweiz zusammen, die die von uns entwickelten Kaliber mit Gangreserve fertigt.“  Das zeitlose und ausgewogene Design verbunden mit  alten Technologien führe zu einer Mischung aus Tradition und Moderne, was die Marke emotionalisiere. „Die Faszination für besondere und zudem wertige Uhren führe zu einer gehobenen Preisbereitschaft  der Uhrenliebhaber“, begründete Brassler die erfolgreiche Positionierung im entsprechenden Preissegment. Der Handel habe anfangs abwehrend reagiert, erzählte der Unternehmer über die Zeit, in der er den Juwelieren persönlich seine Uhren vorgestellt hatte. „ Der Verkauf war nicht meine größte Leidenschaft. Als ich nicht mehr reisen musste, hatte das Gefühl, es endlich geschafft zu haben.“

Heute sind MeisterSinger-Uhren in über 30 Ländern im autorisierten Fachhandel erhältlich. Die Hauptmärkte befinden sich in Deutschland und den Niederlanden, dort wo auch der Erfolg seinen Anfang nahm. „In den Niederlanden sehen wir, was unsere Marke kann. Auf dem deutschen Markt ist es schon schwieriger, sich zu behaupten, die großen Marken sind hier stärker präsent als in kleineren Ländern.“

Zurzeit gebe es viel Konfliktstoff in der Uhren-Branche, erzählte Brassler, und verglich sie mit einem  Haifischbecken. Die Juweliere seien durch die Verkaufsstrategien der großen Uhrenhersteller starkem Druck von allen Seiten ausgesetzt. Er sei selbst überrascht, dass es MeisterSinger in den vergangenen 15 Jahren gelungen sei, kontinuierlich und unangefochten zu wachsen. Verantwortlich dafür sei das kleine, aber äußerst motivierte MeisterSinger-Team. Hergestellt werden die Uhren in der Schweiz, Design, Organisation und Vermarktung finden aber vom Firmensitz in Münsters Hafen aus statt.

 

"Die Uhrenbranche unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten"

„Die Uhrenbranche unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten“, gab Stefan Loges, seit 2013 verantwortlich für MeisterSingers Markenführung und weltweite Kommunikation, seine Erfahrungen weiter. „Sie funktioniert doch anders als ich es anfangs erwartet hatte.“

Eine gute Marke werde definiert durch ihre Substanz und Eindeutigkeit. Das Angebot müsse klar und überschaubar sein, erläuterte er seinen Ansatz, die Marke strategisch neu auszurichten. „Technisch unterscheiden sich unsere Produkte substanziell von denen anderer Marken. Und MeisterSinger besitzt eine eigene, eindeutige Identität.“ Um diese noch stärker hervorzuheben  und das Sortiment übersichtlicher zu gestalteten, verzichtete das Unternehmen auf eine zwischenzeitlich eingeführte Produktlinie mit Zweizeigeruhren. „Danach ging es deutlich nach vorn“, erzählte Loges, die in den Jahren zuvor angefallenenen Verluste konnten wir mehr als kompensieren.

Die Marke übermittele drei Botschaften: Sie wurzelt tief in der Uhren-Tradition, hinsichtlich Herkunft und Design entspricht sie nicht der Art einer Konzeptmarke. Handwerklich zeichnet sie sich durch hochwertig verarbeitete Produkte, technische Entwicklung und die Integration neuer Konzepte wie die „Springende Stunde“ aus. Und die Zeitwahrnehmung ist eine besondere, anders als bei anderen Uhrenmarken, beschrieben in der Markenidee mit dem Claim „Rituals of Time“: über Momente zu sprechen, für die wir uns Zeit nehmen. Rituale lassen sich nicht beschleunigen. Das verschaff t uns Momente der unbestimmten Dauer. Keine Eile, keine Minuten, keine Sekunden. Nur die Zeit bis zur Perfektion.

Am Markt werde die Marke als erkennbar neu und einheitlich wahrgenommen, berichtete Loges. Inhaltlich biete sie Raum für ungewöhnliche, ergreifende und tiefgehende Geschichten, die das Unternehmen im Katalog, auf der Website, auf großen Messen wie der Baselworld und auch in den sozialen Medien erzählt. Geschickt hat MeisterSinger seine Markenfans dabei in das visuelle Storytelling mit eingebunden. So haben beispielsweise Markenkampagnen in Form von Hashtag-Fotowettbewerben überraschend hohe Resonanz – und bei MeisterSinger große Begeisterung über die Kreativität der Teilnehmer - hervorgerufen: Zahlreiche Markenliebhaber posteten Fotos über ihnen bedeutsame Rituale, schöne Gewohnheiten und Momente, phantasievoll in Szene gesetzt mit ihren MeisterSinger-Lieblingsuhren….

Wie sich eine MeisterSinger am eigenen Handgelenk anfühlt, konnten die Marketers nach dem Vortrag mit einer von Brassler und Loges bereitgestellten Auswahl der edler Zeitmesser selbst erfahren.

 

MeisterSinger

 

 

Fotos der Veranstaltung

Fotos: Oberheim