Corporate Happiness® - Potentialentfaltung im Unternehmen

„67% der Mitarbeiter machen lediglich Dienst nach Vorschrift, 17% haben bereits innerlich gekündigt!“ Diese Zahlen aus der Gallup Studie 2013 präsentierte Dr. Oliver Haas bei seinem Vortrag „Corporate Happiness® - Potentialentfaltung im Unternehmen“ vor dem Marketing-Club Münster/Osnabrück.

Haas, Geschäftsführer der Dreamteam Academy und Begründer des Führungsansatzes Corporate Happiness®, sieht die Gründe im strikten Leistungsdenken unserer Gesellschaft. Die Folgen - Unzufriedenheit, Stress, Krankheiten, Burn-Out – erweisen sich für den einzelnen Mitarbeiter wie auch für das Unternehmen gravierend. „Wissen Sie eigentlich, was das in Ihrem Unternehmen kostet?“, fragte Haas. Mittels einer einfachen Überschlagsrechnung verdeutlichte er den Marketers die Höhe dieser jährlich sinnlos investierten Personalkosten.

Gerade in der heutigen Zeit, in der die Ansprüche an Lebensqualität und Work-Life-Balance einen immer höheren Stellenwert einnehmen, müssen Unternehmen umdenken. Die Praxis zeigt, dass ihr Erfolg nicht nur abhängig von harten wirtschaftlichen Kennzahlen ist. Als essenziel kristallisiert sich immer stärker eine Unternehmenskultur heraus, die den Menschen, dessen Potentialentfaltung und Glück in den Mittelpunkt stellt. So sind glückliche Mitarbeiter laut einer Metastudie aus 225 Studien im Durchschnitt um 31% produktiver, 3-mal kreativer und verkaufen 37% mehr. Was sich schlussendlich wiederum positiv auf das unternehmerische Ergebnis auswirkt.

Glück lässt sich erlernen

Doch woher kommt das Glück? Rund 40% sind auf die innere Einstellung zurückzuführen. Und diese innere Glücks-Einstellung ist lebenslang veränderbar. Hatte man lange Zeit geglaubt, das Gehirn entwickelt sich nach einem genetischen Programm, zeigen jüngere Forschungsergebnisse, dass Erfahrungen, Gewohnheiten und Rituale die Gehirnstruktur permanent formen und die innere Einstellung beeinflussen. Was erlernt wurde – beispielsweise eine negative Denkweise -  kann auch wieder verlernt werden. Möchten wir unsere innere Haltung ändern, gilt es, Glaubenssätze und Gewohnheiten zu überprüfen und gegebenenfalls über Bord zu werfen. „Im Routinebetrieb entwickelt sich das Gehirn aber nicht weiter. Um etwas zu verändern, müssen wir unsere Routinen aufbrechen“, empfahl Haas. „Und unser Gehirn braucht Begeisterung, um sich zu entwickeln.  Wiederholen Sie bewusst 30 Tage lang täglich eine neue Handlung! Ihre neuronalen Verknüpfungen, in denen auch die Rituale und unbewusste Wahrnehmungen abgespeichert sind, werden sich neu formen und die neue Handlung zur Gewohnheit werden lassen.“

In unser Bewusstsein dringen Informationen in einer Größenordnung von 40 Bits pro Sekunde. Dagegen stehen Informationen in Höhe von 11 Millionen Bits pro Sekunde, die wir unbewusst wahrnehmen. Unser Weltbild entsteht also größtenteils aus Unbewusstem. Auch so mancher Glaubenssatz, der unser berufliches Denken und Tun bestimmt, wurde von außen an uns herangetragen und unbewusst verinnerlicht. Viele Unternehmen bremsen die Begeisterung und Motivation ihrer Mitarbeiter aus, indem Maßnahmen zur Mitarbeiter-Entwicklung an deren Schwächen ansetzen. „Zu 70 – 80% schauen wir nur auf das, was nicht funktioniert!“ Schwachstellen und Defizite werden betont, Stärken und Potentiale weder anerkannt, geschweige denn gefördert. Zudem werden Leitbilder und Visionen häufig nur vorgegebenen und nicht vorgelebt. Sie bleiben nur theoretische Prinzipien und verankern sich nicht in den Köpfen. Schnell durchdringen Missstimmung, Konkurrenzdenken und Egoismus das Unternehmen. „Die Mitarbeiter funktionieren bestenfalls nur noch, bringen sich und ihre Potentiale aber nicht mehr ein!“, warnte der Glücksforscher. „Auch hat sich gezeigt, dass äußere Faktoren wie die Gehalterhöhung oder der neue Firmenwagen nur zu kurzfristigem Glück führen, langfristig gesehen jedoch keinen positiven Effekt haben“, deckte Haas einen weiteren Fehler in unserer heutigen Denkweise auf. „Bereits nach kurzer Zeit sinkt der emotionale Zustand des Mitarbeiters wieder auf Normalniveau. Diese äußeren Faktoren tragen lediglich zu einem Zehntel zum Glück bei“.

Corporate Happiness® als Führungsansatz 

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung, Neurologie und Psychologie hat Haas auf die Arbeitswelt übertragen und daraus den Führungsansatz  Corporate Happiness® entwickelt. Dieser gründet sich auf der Lehre der Positiven Psychologie, die sich mit der Salutogenese, der Gesundheit der Psyche, beschäftigt. Das Corporate Happiness®-Programm umfasst sechs Dimensionen, in denen besonders engagierte Mitarbeiter aller Abteilungen und Hierarchiestufen auf freiwilliger Basis in ausgebildet werden:

  • Haltung: Die persönliche Einstellung.
  • Bedeutsamkeit: Frage nach dem Sinn und persönlich Bedeutsamem.
  • Stärken: Entdecken und Einsetzen der Mitarbeiterstärken. 
  • Begeisterung: Entwickeln einer Begeisterungskultur Haas: „Es muss unter die Haut gehen!“
  • Energiemanagement:  Durch Dauerstress entstehen Probleme. Erholungsphasen sind wichtig, keine Schwäche.
  • Partnerschaften: Fordern und fördern: Führen ist nicht nur Aufgabe von Führungskräften, jeder Mitarbeiter führt sich auch selbst. 

Als Leitfiguren tragen diese Mitarbeiter ihr Wissen, Können und ihre positive Einstellung in das Unternehmen und inspirieren und animieren in einer Art Schneeballsystem weitere Kollegen. Durch gelebte und erlebte Werte entwickelt sich in dem Unternehmen von innen heraus eine nachhaltige glücksbasierte Kultur, die sich nicht nur auf das Wohlbefinden und Miteinander der Mitarbeiter positiv auswirkt. Letztendlich profitieren auch die Beziehungen zu Stakeholdern und das Firmenimage auf dem Arbeitsmarkt von dieser Unternehmenskultur.

Einen Einblick in Wirkweise und Auswirkungen seines  Führungsansatzes demonstrierte Hass anhand des Filmes „Der Upstalsboom Weg“. Hierin beschreiben Mitarbeiter und Führungskräfte eines großen Dienstleistungsbetriebes die Veränderungen, die Corporate Happiness® für sie persönlich wie auch für das Unternehmen mit sich brachte.

Lebensqualität wird Thema der nächsten Jahrzehnte sein

Abschließend wagte Haas einen Blick in die Zukunft und verwies auf die Theorie der mit bestimmten Basisinnovationen verbundenen Konjunkturzyklen des russischen Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Kondratieff. „Wir befinden uns am Beginn des sechsten Kondratieff-Zyklus, der durch das Thema Lebensqualität geprägt sein wird. Es vollzieht sich ein Paradigmenwechsel von der Ressourcenausnutzung zur Potentialentfaltung. Durch die Entwicklung von der Wertschöpfung zur Wertschätzung wird sich den Unternehmen ein Spektrum an Möglichkeiten und Wachstum eröffnen, das wir heute noch gar nicht abschätzen können!“

 

Corporate Happiness®

Corporate Happiness® - Präsentation

"Der Upstalsboom Weg"

 

 

Fotos der Veranstaltung

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Fotos: Oberheim