emco Group: Überraschend mehr - Architecture, Worklife und Mobility unter einem Marketingdach!

Bürotechnik, Badausstattung, Bau- und Klimatechnik, Elektromobilität – wie lassen sich diese vier Geschäftsfelder, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können, in einem Unternehmen und unter einem Markendach vereinen?

Die Antwort erhielten die Mitglieder des Marketing-Clubs Münster/Osnabrück bei einem Besuch der emco Group in Lingen. Der Gewinner des Marketingpreises 2015, ausgezeichnet für die „erfolgreiche Marketingstrategie des Start-ups emco Elektroroller, hatte eingeladen zu einem Blick hinter die Kulissen.

Schon beim Empfang im Lingener emco-Werk III zeigten sich die Gäste vom Marketing-Club fasziniert von den dort ausgestellten E-Scootern. „Sie sehen aus wie Motorroller, sind innen aber mit ganz anderer Technik ausgestattet“, erklärten Geschäftsführer Christian Gnaß und Marketingleiter Kay-Uwe von Hebel. Sie berichteten den Gästen, wie es der Unternehmensgruppe emco mit ihrer fast 70-jährigen Tradition und Kompetenz in den Stamm-Geschäftsfeldern gelungen war, mit der Elektromobilität einen weiteren Geschäftszweig aufzubauen:

Bei einer China-Reise im Jahr 2009 begeisterte sich Harald Müller, Sohn des Unternehmensgründers sowie heutiger geschäftsführender Gesellschafter, für die vielen E-Roller auf den Straßen - leise, wendig und ohne Luftverschmutzung unterwegs. In dieser umwelt- und ressourcenschonenden Fortbewegungsweise erkannte der visionäre Unternehmer einen dringenden Bedarf wie auch Markttrend.

So fiel im Mai 2010 der Startschuss für den Einstieg in die E-Mobilität. Gefertigt werden die Roller-Einzelteile in der emco-Niederlassung in China, zusammengebaut zu den mittlerweile sechs Modellen der Linien Retro, Classic und Sport werden sie jedoch im Lingener Werk III. In die Entwicklung der durch Radnabenmotoren angetriebenen Scooter haben die emco-Tüftler viele Ideen und großes technisches Know-How einfließen lassen: reichweitenstarke, entnehmbare Batterien, portable Ladegeräte sowie ein eingebauter Controller mitsamt App, über die sich je nach Strecke verschiedene Fahrmodi einstellen und alle wichtigen Fahrdaten auf Smartphones und anderen mobilen Endgeräten ablesen lassen.

Bis heute hat das Unternehmen in Deutschland und den anliegenden Ländern über 350 Händler als Vertriebspartner gewinnen und mit eigenproduzierten Strom-Tankstellen und dem B2B-Konzept Work & Charge ein einmaliges Gesamtsystem zur Kundenbindung schaffen können. Dieser Erfolgsgeschichte liegt ein Gedanke zugrunde, der seit jeher richtungsweisend für die Entwicklung von Produkten wie auch des Unternehmens war: „Welchen Bedarf können wir bedienen, welches Problem können wir lösen?“

Emcos Anfänge liegen im Jahr 1949 : Damals entwickelte Unternehmensgründer Erwin Müller mit dem Novus 53 das erste Klammer-Heftgerät mit integriertem Springladefach.  Schnell wurde der Hefter zum Verkaufsschlager und war von deutschen Schreibtischen nicht mehr wegzudenken. Um den Maschinenpark voll auszulasten, begann Müller - nicht nur Tüftler, sondern auch vorausschauender Geschäftsmann - mit der Fertigung metallener Bauteile für Halterungen von Toilettenpapierrollen. Im Laufe der Zeit folgten weitere Produkte und Accessoires und ließen das Unternehmen zum Systemanbieter in den Bereichen Büro und Bad werden.

Anfang der 1960er Jahre bewies Erwin Müller erneut Ideenreichtum: Er schöpfte zusätzliche Synergieeffekte aus der Fertigung von Rollrosten zur Abdeckung von Heizungs- und Klimaschächten. Schließlich begann das Unternehmen, auch die abzudeckenden Heiz-, Lüftungs- und Klimatisierungsanlagen selbst zu entwickeln und herzustellen – der Geschäftsbereich Klimatechnik war geboren.

Mit der Produktion von Eingangsmatten für den Innen- und Außenbereich wurde 1977 der Grundstein zu emco Bau gelegt. Auch hier wurde das Unternehmen schnell zum Systemanbieter. Mittlerweile wird das Programm ergänzt durch ausgefeilte Matten- und Reinigungssysteme sowie Teppich- und individualisierte Logomatten.

Mit der Einführung des Novus Mehrplatzsystems entsprach emcos Zweig Bürotechnik zum Ende der 1990er Jahre den zunehmenden Anforderungen an Effizienz und Komfort von Schreibtisch- und Bildschirmarbeitsplätzen. Weiteren, besonders durch die Digitalisierung hervorgerufenen Herausforderungen begegnete das Unternehmen mit der Übernahme des Spezialisten für Bürotechnik „Dahle“, bekannt für seine hochwertigen Schneidemaschinen und Aktenvernichter. Als „Novus Dahle“ repräsentiert diese Marke heute den Unternehmenszweig „Worklife“. Typisch für alle emco-Produkte ist deren Ansiedelung im oberen Qualitäts- und Preissegment.

Wie es emco gelingt, die unterschiedlichen Sparten „Worklife“, „Architecture“ und „E-Mobility“ mit den produkt- und zielgruppenspezifischen Eigenheiten unter einem Marketingdach zu vereinen, erklärte der Leiter des Gesamtmarketings, Kay-Uwe von Hebel.

Die Basis bildet eine PIM (Produktinformationsmanagement)-Datenbank, mittels der die Produktdaten für die verschiedenen Standard-Ausgabemedien bereitgestellt werden. Diese Informationen finden einheitlich strukturiert und in verschiedenen Sprachen Eingang in Print- und Online-Publikationen wie Kataloge, Preislisten, Datenblätter und Angebote. 

Dank der Effizienz dieser Datenbank kann emcos Marketing-Abteilung  sich intensiv den vielfältigen Online-Aktivitäten widmen. Diese umfassten im vergangenen Jahr neben dem Online-Marketing die Betreuung und Pflege von insgesamt 6647 Websites,  1 Web-Shop, 10 Social-Media-Kanälen, zahlreichen Landingpages, Schnittstellen sowie intensive Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung. Das Ergebnis dieses Engagements sind nahezu 8 Millionen Seitenaufrufe innerhalb von 12 Monaten und Top-Platzierungen aller Webseiten im Google-Ranking. So wurden innerhalb eines Jahres in 13 Ländern mehr als 730 Tausend Nutzer während über 1 Million Sitzungen erreicht.

Am Beispiel der Sparte „E-Mobility“ beschrieb von Hebel die Marketing-Strategie des Unternehmens. Im Vordergrund steht das Lebensgefühl: „Wir verschaffen Rückenwind!“ lautet das Markenversprechen. Die breite Produktpalette mit verschiedenen Modellen und Leistungen ermöglicht es, potentielle Kunden verschiedener Anspruchs- und Altersklassen anzuvisieren. Beworben werden die E-Roller nicht nur für die private Nutzung, sondern auch für den Einsatz als Lieferdienst-, Firmen- und Eventfahrzeug. Konsquent durch alle Marketing-Auftritte zieht sich dabei die Idee von „Vorsprung, Kraft, Freiheit und einem besseren Lebensgefühl“.

Neben Anzeigenwerbung, klassischer PR und einem eigenen Print-Magazin zur Kundenbindung nutzt das Unternehmen zur spezifischen Ansprache der einzelnen Zielgruppen in starkem Maße Internet-Plattformen und die sozialen Netzwerke. Aufmerksamkeit bei Events und zugleich Content für das Storytelling liefern das „Emco-Racing Team“ mit seinen Starts bei der European Scooter Trophy, einer Serie von Scooter-Rennen, sowie die „Emco Super Heroes“ bei ihrer Tour auf E-Rollern durch ganz Deutschland. Und mittlerweile sind auch „die Geissens“, eine prominente TV-Familie, als Testimonials auf emco-Rollern unterwegs.

Eine starke Verbindung zum Einzelhandel wie auch einen bindungsstarken Vor-Ort-Service für die Kunden schafft emco mit dem Online-Shop, über den zentral eingehende Anfragen und Bestellungen an die jeweiligen Vertragshändler in Kundennähe weitergeleitet werden.

Diesen detaillierten Ausführungen schloss sich eine Besichtigung des Werkes III an. Dort erhielten die Gäste vom Marketing-Club Einblick in die Designentwicklung und die hoch-technisierte Produktion der Teppichmatten.

Natürlich standen auch Probefahrten auf dem Programm. Und als sie auf den flinken, wendigen Rollern über das Werksgelände flitzten, sah man bei manch einem gestandenen Marketer ein Lächeln auf dem Gesicht…

  

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Fotos der Veranstaltung

Fotos: Oberheim