Hellmann Worldwide Logistics: Ein Unternehmen, das begeistert – nicht nur im Marketing

Zweierlei beeindruckte die rund 50 Mitglieder des Marketing-Clubs Münster/Osnabrück bei der Club-Veranstaltung „Marketing vor Ort“ besonders: Das Marketingkonzept des gastgebenden Unternehmens „Hellmann Worldwide Logistics“ wie auch die Arbeitsorganisation in dem zur Konzernzentrale umgebauten Speicher im Osnabrücker Hafen

„Auch wenn wir gelegentlich noch so bezeichnet werden, sind wir keine Spedition im traditionellen Sinne mehr“, beschrieb Christoph Dransmann, stellvertretender Leiter Marketing und PR,  den Mitgliedern „sein“ Unternehmen. „Hellmann Worldwide Loigistics hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1871 vom Ein-Mann-Betrieb mit Pferdefuhrwerk zu einem internationalen Logistikdienstleister inklusive Mehrwertleistungen entwickelt“. Und diese Entwicklung belegte Dransmann eindrucksvoll mit Zahlen. So war Hellmann im Jahr 2013 weltweit mit 245 eigenen Niederlassungen in 56 Ländern vertreten. Insgesamt 11.684 eigene Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz in Höhe von 2,86 Mrd. Euro. Hellmanns Netzwerkverbindungen zu ausgewählten Partnern reichten bis in 443 Büros in 157 Ländern.

Das Produktportfolio des Unternehmens, das in mittlerweile vierter Generation von den Cousins Klaus und Jost Hellmann geleitet wird, umfasst neben dem nationalen und europäischen Stückguttransport Kurier-, Express- und Paketdienste sowie Frachtlösungen auf dem Luft-, See- und Schienenweg. „Der Bereich 'Rail' ist unser besonderer Stolz. In Deutschland verladen wir jeden Abend rund 200 Container vom LKW auf die Schiene. Wir besitzen eine sehr gute Schienenanbindung nach Südeuropa, besonders nach Italien. Neuerdings bieten wir den Schienentransport auch nach China an. 18 Tage ist ein solcher Zug unterwegs. Eine prima Alternative, denn Seefracht dauert wesentlich länger, Luftfracht ist viel teurer,“ beschrieb Dransmann das Frachtgeschäft.

Weitere Zweige des Unternehmens sind das Supply-Chain-Management, logistische In-House-Lösungen in Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen und öffentlichen Einrichtungen, IT-Dienstleistungen wie auch Umwelt- und Abfallmanagement.

Die gesamten globalen Marketing- und Kommunikationsaktivitäten werden von der zehnköpfigen, der deutschen Geschäftsleitung als Stabstelle angeschlossenen Marketingabteilung am Osnabrücker Unternehmensstandort konzipiert und verantwortet. Ausgeführt in den verschiedenen Regionen weltweit werden sie von dort ansässigen Mitarbeitern, bei Bedarf unterstützt von externen Dienstleistern.

„In der eher abstrakten und nutzenorientierten Logistik-Branche ist nicht einfach, sich von Wettbewerbern abzuheben“ beschrieb Dransmann die Herausforderungen an das Marketing. „Unser Ziel ist es, den Komplex 'Logistik' nachvollziehbar zu machen, die Menschen in den Vordergrund zu stellen und sie emotional anzusprechen.“

Diesem Konzept folgt auch auch die vor kurzem relaunchte Hellmann-Website. Nicht ganz einfach wäre es gewesen, das international weit verzweigte Unternehmen mit seinen breit gefächerten Leistungen darzustellen. Über den direkten Einstieg auf Länderebene wird der Nutzer auf das gewünschte Land und zur richtigen Sprachversion geführt. Durch den blog-artigen Aufbau und die dynamische Anordnung der Inhalte entsteht bei jedem Aufruf ein neues, zum Erkunden einladendes Gesamterscheinungsbild. In einzelnen Boxen werden kurze Informationstexte dargestellt, angereichert mit Bildern, Slideshows und Videoclips. Und ein ausgearbeitetes Kontaktmanagement ermöglicht, über gezielt vorformulierte Fragen schnell den richtigen Ansprechpartner samt Kontaktdaten und Foto zu finden.

Um draußen präsent und wiedererkennbar zu sein, lege Hellmann sehr großen Wert auf ein einheitliches, von Netzwerkpartnern und Subunternehmern mitgetragenes Corporate Design - nicht nur in der Außenwerbung, auch bei Werbeartikeln, Broschüren, Foldern und Zeitungsanzeigen, führte Dransmann die Kommunikationsstrategie weiter aus.

Veranstaltungen wie der dreitägige Logistik-Kongress in Berlin mit der Hellmann-Abendveranstaltung für circa 150 Kunden und prominenten Gastrednern aus Politik und Wirtschaft oder der für dieses Jahr geplante Fitness- und Gesundheitstag, einem großen Familienfest für Mitarbeiter und Kunden, stellen für das Unternehmen eine wichtige Kommunikationsplattform nach außen und innen dar. 

Der Schwerpunkt der internen Kommunikation werde zunehmend auf das im Intranet  verfügbare 'Hellmann TV' verlegt. Hier erhielten die Mitarbeiter unabhängig von ihrem geografischen Standort aktuelle Informationen im Videoformat, personalisiert mit O-Tönen und Off-Text-Beiträgen. Ziel sei es, zu informieren, zu motivieren und zu lernen. Wie das Unternehmen komplexe Sachverhalte aus der Logistik auf anschauliche und ansprechende Weise darstellt, zeigte Dransmann beispielhaft anhand einer selbst produzierten Videoanimation, die für Events, interne Bildschirmkommunikation, aber auch für Werbung eingesetzt werden kann.

Im Anschluss an seinen Vortrag lud Christoph Dransmann die Clubmitglieder ein, den im Jahr 2008 zum Bürogebäude umgebauten Speicher zu besichtigen. Auch hier war offensichtlich: Bei Hellmann stehen der Mensch und die Kommunikation im Mittelpunkt. In dem viergeschossigen Gebäude gibt es keine Wände, die nicht umgehbar sind, auch Türen sind kaum vorhanden. In der offen und innenarchitektonisch außergewöhnlich gestalteten Bürolandschaft herrscht freie Platzwahl: Die Mitarbeiter, ausgestattet mit persönlichem Laptop und Firmentelefon, suchen sich einen Ort zum Arbeiten an den Gruppen- oder Einzeltischen – jeden Morgen aufs Neue. Selbst Geschäftsführer Klaus Hellmann, der dieses Bürokonzept in seinem Unternehmen eingeführt hat, um Kommunikation und Vernetzung der Mitarbeiter zu fördern, genösse keine Privilegien. Sollte sein Lieblingsplatz in der vierten Etage mal besetzt sein, müsse er sich einen anderen Arbeitstisch suchen. Die Vorteile dieser Büroorganisation zählte Dransmann den erstaunten Club-Mitgliedern auf: Enorme Einsparungen im Papierverbrauch durch weitestgehend papierloses Arbeiten und weniger interner E-Mail-Verkehr, da die Kollegen sichtbar und schneller direkt ansprechbar seien. Durch den ständigen Kontakt der Mitarbeiter verschiedener Abteilungen hätten sich Kommunikation und Produktivität wesentlich verbessert, man hätte nicht nur seinen Bereich, sondern das gesamte Unternehmen im Blickfeld. Benötige jemand dennoch mal eine Rückzugsmöglichkeit zum Telefonieren oder für Besprechungen, könne er die eigens hierfür eingerichteten Denkzellen nutzen.

„Ich komme aus der öffentlichen Verwaltung, da war die Umstellung auf die neue Arbeitsatmosphäre schon groß,“ gab Christoph Dransmann seine Erfahrungen weiter. Aber er hätte sich schnell an die neue Umgebung gewöhnt und möge sie heute nicht mehr missen. Mit diesem Bürokonzept und flexiblen Arbeitszeiten auf Vertrauensbasis könne das Unternehmen mit 250 Arbeitsplätzen rund 400 Mitarbeitern, viele davon im Außendienst oder Home-Office und nicht täglich im Büro, Platz bieten.

„Ein außergewöhnliches Unternehmen“, waren sich die Mitglieder des Marketing-Clubs einig und tauschten sich beim anschließenden Get-Together angeregt über die neuen Eindrücke aus.

 

 

Fotos der Veranstaltung

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Fotos: Oberheim