"Total Connectivity" - wie mobiles Service Design unser Leben verändert

Auf der Welt haben heute mehr Menschen ein Mobilltelefon als eine Zahnbürste, haben mehr Menschen Zugang zum Internet als zu fließendem Wasser oder einer Toilette – bei mehr als 6 Milliarden Handys auf der Erde klingelt es überall und permanent. Wie aber verändern dies „Mobile Devices“ unser Leben? Der Österreicher Dietmar Dahmen, Creative Consultant, Querdenker und Inspirateur, wagte vor rund 90 Zuhörern im Marketing-Club einen Blick in die Zukunft. Mitreißend und packend entwickelte er Szenarien einer Welt, in der alle und alles miteinander verbunden ist.

Connectivity – das Zauberwort der Zukunft. Und der Schlüssel zum Fortschritt. „Wenn in einem Dorf nur die besten Bäcker arbeiten, kommen sie niemals voran. Wenn in einem Dorf aber viele ganz normale Bäcker, Fischer, Schreiner und Lehrer arbeiten, entwickelt sich das Dorf durch die Vernetzung weiter!“, veranschaulichte Dahmen.
 Über eine Milliarde Smartphones werden schon heute weltweit genutzt – nie zuvor hat sich, so Dahmen, eine Technologie so schnell verbreitet. „Wir alle nutzen diese „digital devices“ und sind permanent online. Der letzte Blick am Abend und der erste beim Aufwachen gilt dem Smart Phone auf dem Nachtschrank“, skizzierte er die „Generation connected", deren Mitglieder stets untereinander und mit der Welt verbunden seien – und damit ganz im Hier und Jetzt lebe. 
Ein solcher „Nowism“ bestimme denn auch den Alltag, das Leben und Denken vieler Menschen. Informationen werden schnell und zeitnah weitergegeben – bestes Beispiel: Snap Chat. Hier werden Nachrichten gepostet und automatisch nach nur sieben Sekunden gelöscht. Schneller kann eine News nicht zum alten Hut werden...


Das Entscheidende dabei: Es geht gar nicht um das Weitergeben einer Information, sondern um Emotionen: Ich schreibe Dir, also denke ich an Dich! Und Nowism ist noch mehr – ist, so Dahmen, auch vertrauenswürdig, weil die Botschaft jetzt und hier gilt.
 Doch dieses permanente Tempo, der stete Druck, auf dem aktuellsten Stand zu sein, erzeugt auch Abhängigkeit und die permanente Angst, etwas zu verpassen, wenn man kurz einmal „off“ sei. Diese Abhängigkeit erzeugt den Wunsch nach multifunktionalen Geräten – nach noch mehr „Connectivity“, die jederzeit und allerorten verfügbar ist. Tablet-PC’s, Smartphones und Co. leisten und können immer mehr – bis die intelligente Kamera eigenständig attraktive Fotomotive vorschlägt oder einen das Fahrrad weckt, wenn die Sonne scheint, weil die Gelegenheit gut ist, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.
Diese weltweite und stetige Vernetzung gibt gleichzeitig den Kunden mehr Macht. Sie verändert nachhaltig das Verhältnis zwischen Marken und Konsumenten, die zu Prosumenten werden -  zu Professionals, die in ihrer Gesamtheit mehr wissen, schreiben, verkaufen und reden über die Produkte als die Marke selbst – in Blogs, in Social Media und Bewertungsportalen. 

Von Web 1.0 zum 5.0

Web 1.0 – das war der Zeitpunkt, als die Welt dank Google online ging. Alles einfach –  Sender und Empfänger waren miteinander verbunden – und man musste wissen, was man sucht, wenn man etwas finden wollte. Das Web 2.0 hingegen steht für die Verbindung und Verknüpfung von Menschen untereinander. Im Web 3.0 werden wir uns mit allem verbinden – schnell, leicht und unkompliziert kommen wir an Informationen – der Zugang zur Welt. Im Web 4.0 dann, so skizzierte  Dahmen, werde die totale Transparenz zählen: Emotionen werden ablesbar sein – dem müden Autofahrer wird ein Kaffee offeriert – wir werden emotional mit unseren Digital Devices verbunden sein. Und das Web 5.0? „Alles ist mit allem verbunden – die „Total Connectivity ist die Zukunft!“ Schon 2020, so der Referent, werden 50 Milliarden Objekte miteinander vernetzt sein und kommunizieren. Warten wir also ab, was unser Smartphone für uns im Restaurant bestellt....    

 

Fotos der Veranstaltung

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